Die Räumlichkeiten

Zu der Geschichte des Hauses:

Robert Emanuel Schmidt – Forscher und Direktor der Bayer-Werke

Robert Emanuel Schmidt (1864 -1938), Chemiker und Direktor der Elberfelder Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., ließ sich um 1905 das herrschaftliche Gebäude gleich gegenüber der Zoo – Restaurant (rechts im Bild) errichten. Er folgte damit seinem Vorgänger Henry Th. Boettinger, der einige Jahre zuvor am Hang oberhalb des Zoos Villa „Sonneck“ errichtet hatte. Westlich der nahe gelegenen Bayer – Werke waren die herrschaftlichen Häuser wegen der vorherrschenden Westwinde geschützt vor den industriellen Abgasen.
Als Robert Emanuel Schmidt 1887 in die Farbenfabriken eintrat, forschte er über die Alizarinfarben, die zunächst eine Domäne der BASF in Ludwigshafen waren.
Schon zwei Jahre später entdeckte er den ersten blauen Alizarinfarbstoff und brachte damit den Farbenfabriken das erste Patent auf dem Alizaringebiet. Zwischen Robert Emanuel Schmidt und seinem Konkurrenten René Bohn in Ludwigshafen, den beiden „Meistern der Farbstoff-Forschung“, begann ein wissenschaftlicher Wettkampf, der für die weitere Entwicklung der deutschen Farbenindustrie von Bedeutung wurde.
1906 wurde Robert Emanuel Schmidt stellvertretender Direktor, 1912 Vorstandsmitglied von Bayer. 1920 ging er jedoch wieder zurück ins Forschungslabor, um seiner wissenschaftlichen Leidenschaft nachgehen zu können.

Professor Gerhard Domagk – Wissenschaftler und Nobelpreisträger

Nach dem Tod von Robert Emanuel Schmidt zog Professor Gerhard Domagk (1895 – 1964) in das Direktorenhaus ein. Domagk hatte seine Habilitation zum Thema „Vernichtung von Infektionserregern“ geschrieben und war 1927 als junger Wissenschaftler zu Bayer nach Elberfeld gekommen. Der Leiter der Pharma-Abteilung Heinrich Hörlein übertrug ihm die Leitung des neu eingerichteten Instituts für experimentelle Pathologie und Bakteriologie.
Das Vertrauen zahlte sich aus. Domagk machte bahnbrechende Entdeckungen.
1935 gelang es, mit dem von Domagk erfundenen Sulfonamid „Prontosil“ Lungen- und Hirnhautentzündungen sowie andere bakterielle Infektionskrankheiten zu heilen.
Für diese „Revolution in der Heilkunde“ erhielt er 1939 den Nobelpreis für Medizin, den er aber erst 1947 entgegennehmen durfte. Die Weiterentwicklung der Chemotherapie führte später zu der Entwicklung von Penicillin und den modernen Antibiotika.
Ab 1943 arbeitete Domagk an Mitteln gegen den besonders widerstandsfähigen Tuberkel-Bazillus. Mit „Conteben“ konnte in der Nachkriegszeit erstmals die Tuberkulose, die mit der Industrialisierung zur Volkskrankheit geworden war, erfolgreich bekämpft werden. Domagk wohnte schon seit 1927 im Zoo-Viertel, wo auch seine vier Kinder geboren wurden. 1951 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wuppertal ernannt.